Deshalb quillt Ihr Parkett im Winter auf: Der fatale Wischfehler, den 9 von 10 Haushalten machen und der Sie Tausende Euro kosten kann

Das Bild glänzender Böden nach dem Wischen ist eine jener häuslichen Zufriedenheiten, die trügerischer nicht sein könnten. Was im Sommer harmlos wirkt, kann im Winter zu einem ernsthaften Problem werden. Der Übergang von feucht-milder Luft zu trockener Heizungsluft verändert das Verhalten von Holz, Laminat und Fliesenfugen grundlegend. Böden reagieren auf Wasser wie Haut auf Kälte: langsamer, empfindlicher, unberechenbarer. Das erklärt, weshalb in der kalten Jahreszeit häufig Schimmelspuren an Sockelleisten oder rutschige Stellen auf kaltem Steinboden entstehen – nicht weil die Wohnung schmutziger ist, sondern weil falsch gewischt wurde.

Die winterliche Problematik beginnt bereits mit der Raumluft selbst. In beheizten Räumen entsteht oft ein regelrechtes Wüstenklima. Im Hochwinter können in Innenräumen manchmal sogar Werte unter zehn Prozent relativer Luftfeuchtigkeit gemessen werden. Die Physik dahinter ist einfach: Kalte Außenluft enthält von Natur aus wenig absoluten Wasserdampf. Wird diese Luft beim Lüften in die Wohnung gebracht und dort erwärmt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit drastisch. Dieser Prozess wiederholt sich täglich und schafft ein Umfeld, das für Böden besondere Herausforderungen mit sich bringt.

Wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit das Trocknungsverhalten von Böden verändern

Feuchtigkeit verdunstet bei niedrigen Temperaturen langsamer. Dieser einfache physikalische Zusammenhang hat im Haushalt deutliche Konsequenzen. In ungeheizten Räumen kann sich der Wasserfilm nach dem Wischen über Stunden halten. Besonders Keramikfliesen und Betonböden speichern Kälte; das Wasser kondensiert länger auf der Oberfläche, wodurch Rutschgefahr entsteht. Bei Parkett und Laminat ist das Problem subtiler: Dringt Wasser zwischen die Fugen, dehnt sich das Holz bei Feuchtigkeit aus, was über die Monate zu Mikrorissen führt.

Die Reaktion von Holz auf Feuchtigkeit ist wissenschaftlich gut dokumentiert. Ist die Luft im Winter sehr trocken, gibt das Holz Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Diese Abgabe ist mit einem Schrumpfen des Holzes verbunden. Umgekehrt nimmt Holz bei hoher Luftfeuchtigkeit Wasser auf und dehnt sich aus. Während der Heizphase ist die Luftfeuchtigkeit oft zu niedrig – das Parkett trocknet herunter und zieht sich zusammen. Bei Laminatböden liegt die Ursache für offene Fugen häufig in der viel zu geringen Raumluftfeuchte, wodurch das Material austrocknet.

Luftfeuchtigkeit ist der zweite entscheidende Faktor. Wenn Heizkörper tagsüber laufen und nachts abkühlen, bilden sich Feuchtigkeitsschwankungen von bis zu dreißig Prozent. In dieser Umgebung wird der Boden zum Speicher für überschüssiges Wasser aus der Luft. Steht Wischwasser zusätzlich auf der Oberfläche, hat es kaum eine Chance zu verdunsten. Die Folge: Feuchte Nester unter Möbeln, perfekte Brutstätten für Schimmelpilze.

Diese physikalischen Prozesse werden durch das sogenannte Dampfdruckdefizit erklärt. Je wärmer die Luft, desto mehr Wasserdampf kann sie theoretisch aufnehmen. Kühlt die Luft ab, sinkt ihre Aufnahmefähigkeit, und überschüssige Feuchtigkeit kondensiert – genau dort, wo sie am wenigsten erwünscht ist: auf kühlen Oberflächen wie Fliesen oder in den Randbereichen von Holzböden.

Warum nebelfeucht kein Synonym für zu wenig Wasser ist

Viele verstehen unter nebelfeuchtem Wischen schlicht, den Mopp weniger stark zu tränken. Tatsächlich beschreibt der Begriff ein präzises Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeitsabgabe und Verdunstung. Ein optimal ausgewrungener Mikrofaser-Mopp gibt nur so viel Wasser ab, dass der Boden gleichmäßig befeuchtet, aber nicht sichtbar nass wird. Das ist entscheidend, denn Kapillarporen in Holz oder Stein ziehen überschüssige Feuchtigkeit sofort ein.

Die richtige Technik orientiert sich an physikalischen Prinzipien: Wasser folgt der Gravitation, Wärme steigt auf. Deshalb sollte man im Winter von der wärmeren Raumseite zur Tür hin wischen. Der bereits erwärmte Bereich beschleunigt das Verdunsten, während der Fluchtweg trocken bleibt. Wer dagegen von der kältesten Ecke aus beginnt, erzeugt eine nasse Zone, die Feuchtigkeit länger hält.

Ein zu nasser Mopp ist nicht nur ineffizient, sondern kann langfristig zu Materialschäden führen. Überschüssiges Wischwasser hinterlässt gelöste Reinigerspuren, die mit der Zeit Schlieren bilden und die Oberfläche stumpf wirken lassen. So entsteht der paradoxe Eindruck eines schmutzigen Bodens nach jeder Reinigung. Das Problem verschärft sich im Winter, wenn die Verdunstungsrate ohnehin reduziert ist und Rückstände länger auf der Oberfläche verbleiben.

Einfluss des Reinigungsmittels: Chemie trifft auf Physik

Reinigungsmittel enthalten Tenside, die die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen. Das erleichtert das Lösen von Schmutz, verzögert aber auch die Verdunstung. Viele kalkhaltige Böden zeigen daher im Winter Schlieren – nicht wegen Kalk, sondern wegen zu dichter Tensidschichten. Besonders problematisch sind duftintensive Bodenreiniger mit Glykolen oder Pflegesubstanzen, die einen schützenden Film bilden sollen. Dieser Film hält die Restfeuchtigkeit länger an der Oberfläche und wirkt wie eine unsichtbare Abdeckung, unter der sich Mikroben wohlfühlen.

Die chemische Zusammensetzung moderner Reiniger ist komplex. Während Tenside grundsätzlich die Reinigungswirkung verbessern, können sie bei falscher Dosierung einen hauchdünnen Film auf der Oberfläche hinterlassen. Dieser Film bindet nicht nur Schmutzpartikel aus der Luft, sondern kann auch die natürliche Atmungsfähigkeit von Holz beeinträchtigen. Gerade bei Materialien, die auf einen Feuchtigkeitsaustausch mit der Umgebung angewiesen sind, führt dies zu Problemen.

Die Lösung liegt nicht im völligen Verzicht auf Reiniger, sondern in Dosierung und Zeitpunkt. Eine geringe Menge mildes Neutralmittel auf fünf Liter Wasser reicht in den meisten Fällen aus. Dabei gilt: Je kälter der Raum, desto weniger Zusatzstoffe sollten im Wasser sein, da sie die Verdunstung weiter hemmen. Weniger ist hier tatsächlich mehr, besonders wenn man bedenkt, dass die winterlichen Bedingungen ohnehin schon eine verlangsamte Trocknung mit sich bringen.

Strategien, um im Winter effektiv und sicher zu wischen

Erfahrene Reinigungskräfte arbeiten in kalten Monaten nach einer festen Routine, die sich leicht auf den privaten Haushalt übertragen lässt. Die richtige Vorbereitung macht den entscheidenden Unterschied zwischen einer gründlichen Reinigung und einer, die mehr Probleme schafft als sie löst.

Die Raumtemperatur spielt eine zentrale Rolle. Experten empfehlen für Wohnräume grundsätzlich Temperaturen zwischen achtzehn und zweiundzwanzig Grad Celsius. Vor dem Wischen sollte der Raum sich in diesem Bereich befinden, idealerweise im oberen Bereich, da dies die Verdunstung beschleunigt. Ein kurzes Aufheizen unmittelbar vor der Reinigung kann die Trocknungszeit deutlich verkürzen.

Das Material des Mopps ist ebenfalls entscheidend. Mikrofaser setzt Wasser gleichmäßiger frei als Baumwolle; letzteres speichert zu viel Feuchtigkeit und gibt sie unkontrolliert ab. Moderne Mikrofasertücher sind so konstruiert, dass sie Schmutzpartikel mechanisch aufnehmen und festhalten, während sie nur die minimal notwendige Menge Wasser abgeben.

Nach dem Wischen folgt ein oft unterschätzter Schritt: das Stoßlüften. Fünf bis zehn Minuten reichen aus, um feuchte Luft auszutauschen, ohne den Raum vollständig auszukühlen. Dieser kurze Luftaustausch entfernt die durch das Wischen in die Raumluft abgegebene Feuchtigkeit und verhindert, dass sie sich an kühlen Oberflächen niederschlägt oder vom Boden wieder aufgenommen wird.

In unbeheizten Bereichen wie Fluren oder Vorratsräumen sollte eine andere Strategie verfolgt werden: Hier empfiehlt sich die Reinigung nur kleiner Teilflächen statt ganzer Bereiche. So kann jeder Abschnitt vollständig trocknen, bevor der nächste behandelt wird. Die Wischrichtung – von der Wärmequelle zur Tür – reduziert dabei die Trocknungszeit und minimiert Sicherheitsrisiken durch nasse Stellen.

Wer diese Punkte berücksichtigt, stellt fest, dass die Flächen nicht nur schneller trocknen, sondern auch weniger Staub anziehen. Trockene Böden laden sich elektrostatisch nicht so stark auf, wodurch sich Schmutzpartikel weniger festsetzen.

Der unterschätzte Einfluss des Materials: Holz, Laminat, Stein

Unterschiedliche Materialien reagieren verschieden auf Feuchtigkeit, und diese Unterschiede verstärken sich in den Wintermonaten erheblich. Massivholz atmet: es nimmt Wasser auf und gibt es wieder ab. Dieses natürliche Verhalten ist eng mit den Schwankungen der Luftfeuchtigkeit verbunden. Wird die Oberfläche zu oft nass gewischt, quillt das Holz an den Rändern, während die Mitte trocken bleibt – ein klassischer Effekt, der zu Verformungen führt. Die Reparatur kann teuer werden, denn feuchte Stellen lassen sich nur schwer abschleifen. Im Winter, wenn die Heizungsluft dem Holz ohnehin Feuchtigkeit entzieht, verstärkt zusätzliches Wischwasser die Spannungen im Material.

Laminat ist weniger tolerant. Seine Kanten sind mit Melaminharz beschichtet, das Wasser zwar abweist, aber auf Dauer nicht völlig blockiert. Schon kleinste Dehnungen lösen das Laminat von der Trägerschicht. Fachleute weisen darauf hin, dass offene Fugen bei Laminatböden häufig auf zu geringe Raumluftfeuchte zurückzuführen sind – das Material trocknet aus und zieht sich zusammen. Wird dann mit zu viel Wasser gewischt, kommt es zu punktuellen Quellungen, die das Problem noch verschärfen.

Naturstein schließlich speichert Kälte und verhindert so, dass Wasser rasch verdunstet. Hier ist das Wischen mit warmem Wasser sinnvoll, da es den Temperaturunterschied ausgleicht und Verdunstung beschleunigt. Allerdings sollte das Wasser nicht zu heiß sein, da extreme Temperaturunterschiede Spannungen im Material erzeugen können. Die Fugen zwischen Natursteinfliesen sind besonders anfällig für Feuchtigkeitsansammlungen und bedürfen besonderer Aufmerksamkeit.

Die Materialkenntnis ist somit keine akademische Spielerei, sondern praktische Notwendigkeit. Jeder Bodenbelag hat seine spezifischen Anforderungen, die sich im Winter noch deutlicher zeigen als in anderen Jahreszeiten.

Feuchtigkeit und Hygiene: Der unsichtbare Zusammenhang

Mikroorganismen benötigen für ihr Wachstum organisches Material, Feuchtigkeit und Zeit. Böden liefern die ersten beiden reichlich – besonders in Zonen, die selten belüftet werden. Das regelmäßige nebelfeucht Wischen minimiert das Angebot an Wasser, ohne die Reinigungskraft zu mindern. So sinkt das Risiko für mikrobielle Besiedlung drastisch.

Die Verbindung zwischen Bodenpflege und Luftqualität ist enger als viele denken. Trockene Reinigungsverfahren wie das Kehren wirbeln Feinstaub und Allergene auf, die dann in der Atemluft schweben. Nebelfeuchtes Wischen bindet diese Partikel sofort und hält sie auf dem Mopp fest. Dieser Effekt ist besonders in der kalten Jahreszeit relevant, wenn Fenster seltener geöffnet werden und die Luftzirkulation eingeschränkt ist.

Kliniken und Pflegeeinrichtungen setzen seit Jahren auf diese Technik, besonders in Patientenzimmern mit empfindlichen Atemwegen. Die Methode verbindet hygienische Gründlichkeit mit Materialschonung und reduziert gleichzeitig die Belastung der Raumluft mit aufgewirbelten Partikeln. Was im medizinischen Bereich Standard ist, lässt sich problemlos auf den Privathaushalt übertragen.

Raumvorbereitung und Timing: Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung

Fehler beim Bodenwischen entstehen oft, bevor der Mopp überhaupt das Wasser berührt. Ein unaufgeräumter Raum zwingt zu unnötigen Bewegungen, was Schlieren und Tropfspuren hinterlässt. Wer effizient arbeiten will, bereitet seine Umgebung vor: lose Teppiche hochlegen, Stühle kippen, Möbel aus Holz nicht direkt nach dem Wischen zurückstellen.

Auch der Zeitpunkt ist relevant. Morgens ist die Raumluft kühler und feuchter – keine ideale Kombination für schnelle Trocknung. Nachmittags hingegen, wenn Heizung und Luftbewegung ihren Höhepunkt erreichen, trocknen Böden schneller. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, kann programmierbare Heizkörperthermostate nutzen: dreißig Minuten vor dem Wischen etwas aufheizen, danach automatisch absenken. Das spart Energie und beschleunigt die Trocknung.

Die zeitliche Planung berücksichtigt auch die Nutzung des Raumes. Ein Flur, der mehrmals täglich begangen wird, sollte zu einem Zeitpunkt gewischt werden, an dem er anschließend für mindestens eine Stunde nicht betreten werden muss. In Haushalten mit Kindern oder Haustieren ist diese Planung besonders wichtig, da feuchte Böden nicht nur Rutschgefahr bedeuten, sondern auch Schmutz schneller wieder aufnehmen.

Warum moderne Moppsysteme mehr sind als Marketing

Die Entwicklung von Druckmechanismen im Moppkopf und zweikammerigen Eimern – einer zum Auswringen, einer zum Spülen – basiert auf Erkenntnissen aus der professionellen Gebäudereinigung und Krankenhaushygiene. Ziel war, das Wasser so sauber und kontrolliert wie möglich zu halten. Die Trennung von Schmutzwasser und Frischwasser verhindert, dass bereits gelöster Schmutz und möglicherweise Keime wieder auf den Boden verteilt werden.

Die technische Innovation liegt in der präzisen Kontrolle der Wassermenge. Während herkömmliche Systeme darauf angewiesen sind, dass der Anwender den richtigen Grad des Auswringens abschätzt, garantieren moderne Mechanismen eine gleichbleibende Restfeuchte. Dies ist besonders für Menschen wichtig, die keine Erfahrung mit professioneller Reinigung haben.

Für Privathaushalte mit Haustieren oder Kleinkindern ist das mehr als ein Komfortmerkmal. Ein hygienisch geführter Mopp schützt vor Keimverschleppung in der kalten Jahreszeit, in der Fenster häufiger geschlossen bleiben. Wer nicht in ein solches System investieren möchte, kann improvisieren: ein zweiter Eimer und konsequentes Auswringen per Hand erzielen ähnliche Ergebnisse, erfordern aber mehr Aufmerksamkeit und Disziplin.

Typische Winterfehler beim Bodenwischen und ihre Folgen

Viele Schwierigkeiten wiederholen sich jedes Jahr, meist aus Gewohnheit oder Unkenntnis der spezifischen winterlichen Bedingungen. Zu heißes Wischwasser ist ein häufiger Fehler. Hitze löst zwar Fett effektiv, kann aber Fugenabdichtungen schädigen und bei Holz zu Spannungen führen. Moderate Temperaturen sind für die meisten Bodenbeläge schonender und ausreichend wirksam.

Kein Nachlüften ist der wohl schwerwiegendste Fehler. Gerade nach dem Wischen neigen Menschen dazu, Fenster geschlossen zu halten, um die Wärme zu bewahren. Dabei wird übersehen, dass die durchs Wischen in die Raumluft abgegebene Feuchtigkeit irgendwo hin muss. Bleibt sie im Raum, kondensiert sie an kalten Oberflächen oder wird vom Boden wieder aufgenommen – der gesamte Reinigungsaufwand war dann kontraproduktiv.

Pflegemittel-Schichten sind ein schleichendes Problem. Über die Wintermonate lagern sich Wachse oder Seifenreste ab, die Schmutz stärker anziehen. Diese Schichten sind oft mit bloßem Auge nicht erkennbar, machen sich aber durch zunehmende Stumpfheit der Oberfläche bemerkbar. Einmal im Quartal sollte daher mit klarem Wasser gespült werden, um diese Rückstände zu entfernen.

Falsche Mopp-Aufbewahrung schließt den Kreis der häufigsten Fehler. Bleibt der Mopp feucht in einem schlecht belüfteten Raum, entwickeln sich Bakterienkolonien, die beim nächsten Wischen auf den Boden verteilt werden. Der charakteristische muffige Geruch ist dabei nur das offensichtlichste Symptom – die hygienischen Probleme beginnen bereits, bevor der Geruch wahrnehmbar wird.

Sensorische Kontrolle: Der Geruch als Frühwarnsystem

Die Nase erkennt, was das Auge übersieht. Ein modrig-saurer Duft nach dem Wischen zeigt an, dass sich organische Moleküle zersetzen – meist in Folge von Mikrobenwachstum. Wer diesen Geruch bemerkt, sollte Reinigungsgeräte gründlich reinigen und prüfen, ob Sockelleisten oder Randbereiche feucht geblieben sind.

Gerüche sind chemische Botschaften. Die Moleküle, die wir als unangenehm wahrnehmen, stammen oft von bakteriellen Stoffwechselprodukten. Ein frisch gewischter Boden sollte neutral oder leicht nach dem verwendeten Reiniger riechen – niemals muffig oder erdig. Tritt letzteres auf, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass irgendwo im Prozess Feuchtigkeit zu lange gestanden hat.

Das gleiche gilt für sichtbar stumpfe Oberflächen: Sie deuten auf Rückstände hin, die Feuchtigkeit binden. Ein einfaches Mittel dagegen ist eine Mischung aus destilliertem Wasser und etwas Alkohol im Verhältnis etwa drei zu eins. Damit lassen sich Flächen schlierenfrei nachwischen und gleichzeitig von Rückständen befreien. Der Alkohol verdunstet schnell und hinterlässt eine saubere, trockene Oberfläche.

Dauerhafte Prävention: Ein klimatisches Gleichgewicht im Wohnraum

Ein optimal gepflegter Boden beginnt nicht beim Wischen, sondern beim Raumklima. Montagefehler an Heizkörpern, unzureichende Luftzirkulation hinter Möbeln oder feuchte Kellerluft wirken langfristig stärker als jede Putzmethode. Fachleute empfehlen für die Raumluftfeuchtigkeit Werte zwischen vierzig und sechzig Prozent. Diese Werte schonen Holzböden, verhindern statische Aufladung und hemmen Schimmelbildung. Wichtig ist, dass die Luftfeuchtigkeit im empfohlenen Bereich bleibt und nicht zu stark schwankt.

Digitale Hygrometer helfen, Werte im Blick zu behalten. Ein zu trockener Raum unterhalb von fünfunddreißig Prozent lässt Staub fliegen und Holz übermäßig austrocknen, ein zu feuchter oberhalb von fünfundsechzig Prozent verzögert das Trocknen und begünstigt mikrobielle Prozesse. Auch kleine Maßnahmen wie das Öffnen der Badezimmertür nach dem Duschen oder das Trocknen nasser Wäsche im gut belüfteten Raum verändern das Gleichgewicht spürbar.

Die Kontrolle der Raumluftfeuchtigkeit ist keine übertriebene Genauigkeit, sondern praktischer Materialschutz. Holz reagiert auf Feuchtigkeitsschwankungen mit Ausdehnung und Kontraktion. Je stabiler das Raumklima, desto geringer die mechanische Belastung des Materials. Dies gilt nicht nur für Böden, sondern für alle Holzelemente im Haushalt, von Möbeln bis zu Türrahmen.

Nachhaltige Reinigung: Weniger Wasser, mehr Bewusstsein

Die Vorstellung, Sauberkeit bedeute Wasser im Überfluss, ist überholt. Moderne Reinigung basiert auf Kontrolle, nicht auf Menge. Jeder Liter Wasser, der auf den Boden gelangt, muss wieder verdunsten – ein Prozess, der im Winter besonders langsam abläuft und zusätzliche Heizenergie erfordert. Weniger Wasser bedeutet nicht nur schnellere Trocknung, sondern auch geringere Belastung der Raumluft mit Feuchtigkeit.

Die Reduzierung der Wassermenge beim Wischen hat mehrere positive Effekte. Zum einen sinkt die Gefahr von Materialschäden durch Quellung oder Verformung. Zum anderen wird die Raumluft weniger mit Feuchtigkeit angereichert, was die Heizung entlastet. Die ohnehin trockene Winterluft muss nicht zusätzlich mit Verdunstungsfeuchtigkeit gesättigt werden.

Darüber hinaus verlängert sich die Lebensdauer von Material und Beschichtung. Nebelfeuchte Pflege schützt nicht nur vor Feuchtigkeitsschäden, sondern vor Materialermüdung durch ständige Ausdehnung und Kontraktion. Das spart auf lange Sicht erhebliche Kosten und Aufwand für Reparaturen oder Austausch. Die nachhaltige Perspektive umfasst auch die Wahl der Reinigungsmittel. Konzentrierte, biologisch abbaubare Produkte in minimaler Dosierung sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern hinterlassen auch weniger Rückstände. Dies reduziert die Notwendigkeit häufiger Reinigungen und schont gleichzeitig Materialien und Umwelt.

Die Balance zwischen Reinheit und Materialschutz

Der Winter fordert ein Umdenken in der Bodenreinigung. Was in wärmeren Monaten funktioniert, kann in der kalten Jahreszeit zu Problemen führen. Die verlangsamte Verdunstung, die trockene Heizungsluft und die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht schaffen Bedingungen, die präzise Anpassungen erfordern. Die wissenschaftlichen Grundlagen sind klar: Holz reagiert messbar auf Feuchtigkeitsschwankungen, Verdunstung verlangsamt sich bei Kälte, und Materialien haben spezifische Anforderungen. Diese Erkenntnisse stammen nicht aus der Werbung für Reinigungsprodukte, sondern aus der Bauphysik, Materialwissenschaft und Klimatechnik.

Die Lösung liegt in der Verbindung von traditionellem Wissen und modernem Verständnis. Unsere Großeltern wussten, dass im Winter sparsamer gewischt werden muss – ohne die physikalischen Hintergründe zu kennen. Heute können wir dieses Wissen mit präzisen Messungen und optimierten Werkzeugen kombinieren. Hygrometer, Mikrofaser-Mopps und programmierbare Thermostate sind keine Luxusgüter, sondern praktische Helfer für einen Haushalt, der Material schont und Gesundheit fördert.

Ein trockener Boden ist kein Zufall, sondern das Ergebnis präziser Entscheidungen. Das richtige Mischverhältnis von Wasser, Temperatur und Bewegung entscheidet, ob Reinigung zu Pflege oder zu Schaden wird. Wer im Winter mit Bedacht wischt, erkennt: Die Grenze zwischen makelloser Sauberkeit und schleichender Feuchte liegt nicht in der Chemie des Putzmittels, sondern in der Aufmerksamkeit für physikalische Details. Ein Wischmopp mag ein einfaches Werkzeug sein, doch in den Händen eines informierten Haushalts wird er zum Schlüssel für ein gesünderes Zuhause – und zu einem leisen Sieg über jene unscheinbare Feuchtigkeit, die sonst unbemerkt bleibt.

Wie wischt du im Winter deine Böden?
Wie immer mit viel Wasser
Nebelfeuchter als im Sommer
Ich wische im Winter seltener
Mit warmem statt kaltem Wasser
Nur noch trocken kehren

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